Depressionen im Spitzensport



Als Fußballprofi Robert Enke 2009 seinem Leben selbst ein Ende setzte, wurde klar: Depressionen sind auch im Spitzensport Realität. Denn der Druck ist groß: Spitzensportler werden an ihren Leistungen gemessen und definieren sich darüber.


Fast die Hälfte aller Menschen leidet im Laufe ihres Lebens einmal an einer psychischen Erkrankung. Auch Leistungssportler bilden hierbei keine Ausnahme, doch es bleibt ein Tabuthema. Das zeigt eine Studie der Sporthochschule Köln in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die im Frühjahr 2013 unter dem Titel "Dysfunktionen im Spitzensport" veröffentlicht wurde.



Druck von außen und von innen

Sportpsychologe Jens Kleinert von der Sporthochschule Köln unterscheidet zwei Motive im Leistungssport, die Ängste verstärken und Depressionen zusätzlich fördern:


1. Der Druck von außen:

Medien, Sponsoren und Trainer überwachen den Sportler ständig. Der Trainer will, dass sich sein Schützling stetig verbessert und empfindet Ablenkungen vom Sport schnell als Bedrohung seines Schützlings. Die Sponsoren verlangen gute Leistungen und beste Plätze, sonst stellen sie die finanzielle Unterstützung ein.

Und auch die Medien bewerten Sportler bis ins kleinste Detail. Die Fußballzeitschrift "kicker" benotet beispielsweise die aktuellen Bundesligaspieler nach jedem Spieltag bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma. Die Fans lesen das gerne, machen sich aber selten bewusst, welche Auswirkungen das auf das Seelenleben eines jungen Spielers haben kann.


2. Der Druck von innen:

Viele Sportler sind erfolgsorientiert. Ihnen ist jedes Mittel recht, um noch erfolgreicher zu werden. Wenn sie in einem Wettbewerb nicht das gewünschte Ergebnis erzielt haben, trainieren sie noch härter und investieren noch mehr Zeit, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Dabei nehmen sie wenig Rücksicht auf Körper und Seele. Sie werden vom Erfolgswunsch angetrieben.

Andere Sportler dagegen sind misserfolgsorientiert. Sie werden von der Grundangst bestimmt zu versagen: Was passiert, wenn ich verliere und aus dem Kader fliege? Was ist, wenn der Sponsor abspringt? Die negativen Emotionen treiben sie an. Beide Typen sind gefährdet depressiv zu werden, der misserfolgsorientierte jedoch stärker.






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Daniel Fritz

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